Nur ca. 40 Km von Mikolajki entfernt findet man das frühere Führerhauptquartier von Adolf Hitler, die Wolfsschanze. Die Strecke dorthin besteht aus überwiegend schlechten Straßen und unser Geschirr wird mal wieder ordentlich sortiert.
Verfehlen kann man diese "Gedenkstätte" nicht denn schon 10km vorher weisen große Plakate auf die Sehenswürdigkeit hin.
Wir bezahlen am Eingang 40 Zlotty für den Eintritt und nochmals 40 Zlotty für die Übernachtung auf dem kleinen Campingplatz innerhalb der Anlage. Dort suchen wir uns ein schattiges Plätzchen und begeben uns auf Entdeckungstour.
Der ausgewiesene Weg durch die Anlage ist ca. 2.5km lang und kaum haben wir den Pfad betreten türmen sich die ersten Bunkeranlagen vor uns auf. Die Anlage umfasste insgesamt ca. 40 Wohn-, Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude sowie sieben massive und 40 leichte Stahlbetonbunker. Die Decken der Bunker waren sechs bis acht Meter dick. Die Anlage verfügte über einen Bahnanschluss und besaß einen eigenen Flugplatz. Sie war von einem 50 bis 150 Meter breiten Minengürtel und einem 10 km langen Stacheldrahtzaun umgeben. Es bestand ständige Funk- und Telefonverbindung nach Berlin und zu allen Frontabschnitten.
Neben Hitler hatte hier auch Göring, Alfred Jodl und Borman einen persönlichen Bunker.
Unglaublich, welche Massen an Stahlbeton hier von zeitweise 20000 Bauarbeitern in den Wald gegossen wurden.
Beeindruckend auch die Reste der Beratungsbaracke in welcher Graf von Stauffenberg das Attentat auf Adolf Hitler verübte. In einer etwas restaurierten Baracke ist der Raum des Anschlags, welcher der ja leider mißglückte, mit Puppen nachgebildet.
Über 800 Tage verbrachte Hitler in diesem Quartier, in seinem eigens neu gebauten Bunker jedoch nur 12 Tage. Danach flüchtete er vor den Russen (die bereits 100km entfernt an der Front standen) mit seinen Gefolgsleuten nach Berlin, wo er sich kurze Zeit später das Leben nahm. Vorher sprengte die SS sämtliche Bunker und Gebäude mit teilweise 10 Tonnen Sprengstoff je Bunker in die Luft.
Ein kühles Bier im Restaurant der Anlage beschließt unseren Rundgang und wir sehen zu, wie sich der Parkplatz immer mehr leert. Um 19 Uhr schließt die Anlage und es wird merklich ruhig.
Nur 4 Wohnmobile verbringen mit uns die Nacht auf dem Platz. Neben uns parken Katja und Rene aus Berlin. Mit ihnen verbringen wir noch 2 gemütliche Stunden vor einem Lagerfeuer auch wenn wir fast von Mücken aufgefressen werden. Gegen 24 Uhr legen wir uns schlafen.
Schon ein komisches Gefühl, mit dem Wohnmobil nur 100 Meter in Sichtweite entfernt von einem Ort zu stehen, wo sämtliche Kriegsentscheidungen von A.H. getroffen wurden.