Olsztyn-Allenstein (23.07.2020-28.07.2020)

Der Campingplatz


Nach ca. 50 km Fahrt über optimal ausgebaute Strassen treffen wir in Allenstein ein. Der angesteuerte Stellplatz am Hotel "Pirat" erweist sich als Flop. Die Plätze sind viel zu klein und die Zufahrt für uns unpassierbar. Weiter geht es zu einem Campingplatz in ca. 4 km Entfernung.


Der holprige Feldweg teilt sich und beide Wege sollen zu einem CP führen. Wir entscheiden uns nach links zu fahren, da wir auf dem rechten Weg bereits von Weitem den steilen Anstieg sehen können.


Die Entscheidung war richtig. Ein kleiner schnuckeliger CP erwartet uns. Die nette Frau an der Rezeption zeigt Jochen alle freien Stellplätze und wir entscheiden uns für den Platz direkt am See.


Die Zufahrt zum Platzbereich ist etwas schwierig und eng und beim Zurücksetzen bleiben wir mit dem Fahrradträger in der Wiese hängen. Kein großer Schaden, mit Kabelbindern läßt sich die Leichte wieder fixieren.


Schnatternde Gänse begeistern Kimi und wir genießen diesen herrlichen Ausblick direkt in erster Reihe für 60 PLN incl. Strom.


Der Platz füllt sich zum Wochenende hin zusehends und bald ist es vorbei mit der Ruhe. Doch so ist es nun mal auf Cämpingplätzen wenn auch Kinder Ihren Ferienspaß erleben wollen. Direkt vom CP aus können wir wunderbar mit Kimi spazieren gehen und auch der Hund vom Nachbarn erweist sich als toller Spielkamerad für Kimi.


Da es uns hier so gut gefällt verlängern wir den Aufenthalt immer wieder. Wie es der Zufall will, treffen wir Udo und Yvonne ein drittes Mal auf unserer Polenreise. Zuerst trafen wir sie bei unserem Besuch in Auschwitz, dann liefen wir uns in Krakau das zweite Mal über den Weg und nun standen sie plötzlich hier vor uns. Drei schöne Abende verbringen wir zusammen, und wer weiß, vielleicht kreuzen sich unsere Wege noch einmal. Schön wäre es!


Diesen idylischen Platz werden wir auf jeden Fall noch einmal besuchen.

Die Stadt Olsztyn (Allenstein)

Am zweiten und dritten Tag unseres Aufenthalts fahren wir mit dem Taxi in die Altstadt. Die Strecke von ca. 7 km kostet ungefähr 5 € und wir genießen diese streßfreie Fortbewegung. Als wir in der Heimatstadt meines Vaters ankommen sind wir begeistert. Die Hauptstadt der Woiwodschaft Ermland-Masuren mit heute ca. 180 000 Einwohnern, wurde am 22.01.1945 von den sowjetischen Truppen eingenommen. Bis März 1945 wurden 1040 Häuser durch Brandstiftung zerstört.

Bald nach der sowjetischen Besetzung wurde Allenstein unter polnische Verwaltung gestellt und die dort ansäßigen Deutschen vertrieben.

Sehenswürdigkeiten erwarten und hier eine ganze Menge. Das Schloss, verschiedene Kirchen, das alte Rathaus sowie schöne Parkanlagen sind bei einem entspannten Spaziergang zu besichtigen. Auch an der Bronzestatue von Nikolaus Kopernikus kommt man nicht vorbei, ohne seine Nase zu reiben, was angeblich Glück bringen soll.

Zahlreiche Gastronimie befindet sich in der Altstadt, welche wir bei unseren 3 Altstadtbesuchen ausgiebig testen. Es ist nicht nur sehr sehr lecker, sondern auch sehr preiswert.

Die Beilagen sind für den deutschen Geschmack zunächst etwas ungewöhnlich. Jochen bekam zu seiner Ente mit Kirschsoße Rote Beete und warme Kirschen.

Bei keinem Besuch haben wir es geschafft mehr als 20 € inkl. Getränke auszugeben.

Der Versuch die Geburtsurkunde meines Vaters zu besorgen, gelingt uns leider nicht. Eine nette Dame im Rathaus begleitet uns zum Archiv, welches wir nicht betreten dürfen. Sie übernimmt für uns die Suche und teilt uns nach kurzer Zeit mit, dass alle Unterlagen ab Mitte 1941 bis nach Kriegsende verschwunden sind. Dies ist natürlich sehr traurig, doch jetzt haben wir endlich Gewissheit dass es diese Urkunden nicht mehr gibt und können die Suche beenden.